Rapid Prototyping-Modul ES910
Das Rapid Prototyping-Modul ES910 bietet eine hohe Rechenleistung zusammen mit vielfältigen Steuergeräteschnittstellen in einem kompakten Gehäuse. Den Kern des Moduls bildet ein Freescale PowerQUICC™-Prozessor mit doppelgenauer Gleitkommaarithmetik. Der Mikroprozessor, das verwendete AUTOSAR-konforme RTA-OSEK Echtzeitbetriebssystem und das eingebaute nichtflüchtige RAM (NVRAM) ermöglichen Simulationen mit targetnahem Verhalten ohne Ressourceneinschränkung, wie sie bei Simulationen auf dem Zielsteuergerät in Kauf genommen werden muss.
Mit dem Modul ES910.2 stehen eine ETK-Steuergeräteschnittstelle und zwei CAN-Schnittstellen zur Verfügung. Mit Hilfe der echtzeitfähigen ETK-Schnittstelle können Teilanwendungen auf dem ES910-Modul simuliert und mit einem ETK-Entwicklungssteuergerät synchronisiert werden (Rapid Prototyping Bypass-Experiment). Die beiden CAN-Schnittstellen unterstützen high- und low-speed CAN und können individuell konfiguriert werden. Die CAN-Schnittstellen sorgen für die Verbindung des ES910-Moduls mit dem Fahrzeugbus und können für Bypass-Experimente verwendet werden.
Mit INTECRIO kann das ES910-Modul einfach konfiguriert werden. MATLAB®/Simulink®- und ASCET-MD-Anwender können mit INTECRIO und dem ES910-Modul neue Funktionen für Regelung, Steuerung und Diagnose auf einfache Weise entwickeln. Im INTECRIO-Experiment hat der Anwender zur Laufzeit Zugriff auf das Modell, welches vom ES910-Modul ausgeführt wird. Mit dem Software Logic Analyzer RTA-TRACE kann parallel dazu die Ausführung und das Zeitverhalten der Funktionen auf dem ES910-Modul in Echtzeit überwacht werden.
Das Add-On INCA-EIP macht das ES910-Modul als Simulationstarget in INCA zugänglich. Das vorkonfigurierte ES910-Modul verhält sich aus INCA-Sicht genau so wie ein Steuergerät mit Mess- und Verstellzugriff. Mit INCA kann die ETK-Steuergeräteschnittstelle des ES910-Moduls auch für die Erfassung von Daten oder für die Applikation von einem ETK-Steuergerät verwendet werden, zum Beispiel in Bypass-perimenten. Gleichzeitig kann INCA zusätzlich Daten von anderen Steuergeräten, Bussen und Sensoren im Fahrzeug oder am Prüfstand erfassen.
FlexRay-Modul ES920
Mit dem FlexRay-Modul ES920 lässt sich das ES910-Modul im Handumdrehen zu einem FlexRay-Knoten erweitern. Die Schnittstelle verfügt über zwei FlexRay-Kanäle, genügt der FlexRay-Spezifikation V2.1 und erfüllt die Qualitätskriterien des FlexRay Konformitätstests (ISO 9646). Ein eigener Präprozessor sorgt für optimierten Datendurchsatz zwischen dem FlexRay-Bus und dem ES910-Simulationskontroller.
Die Umlaufzeit zwischen dem Einlesen eines FlexRay-Signals in das ES910-Modul und der Ausgabe eines entsprechenden Antwortsignals am Bus beträgt weniger als 100 Mikrosekunden. Bei typischen Zeitschlitzbreiten im statischen Segment von 50 μs ist das ES910-Modul damit in der Lage, eine Antwort wenige Zeitschlitze nach dem Empfang einer Botschaft innerhalb des selben FlexRay-Zyklus zu senden.
Das ES920-Modul ordnet FlexRay-Botschaften anhand der in INTECRIO definierten Kanal-, Zyklus- und Zeitschlitzattribute automatisch den Signalen des Modells zu. Der Simulationscontroller des ES910-Moduls muss also keine Rechenzeit für die Verarbeitung von FlexRay-Rohdaten bereitstellen.

