SCODE-CONGRA

Mit der Software ETAS SCODE-CONGRA (CONstraint GRAphs) kann der Funktionsentwickler das Regelungssystem exakt mathematisch und verständlich beschreiben und grafisch visualisieren. Die Beschreibung des Systemverhaltens wird per Editor als Formel textuell oder auch grafisch eingegeben. Regelverletzungen, Inkonsistenzen, algebraische Schleifen und andere wichtige Eigenschaften des Systems werden präzise im Graph angezeigt und es werden dem Benutzer Optionen und Funktionen angeboten, um diese „Fehler im System“ sofort zu korrigieren.

SCODE-CONGRA - Software zum Beschreiben von Regelungssystemen

Auswirkungen von Veränderungen im System werden sehr verständlich dargestellt. Experimentieren durch Modifikation der einzelnen Bestandteile führt zur schrittweisen Annäherung an das gewünschte System. Dies ermöglicht es in kurzer Zeit verschiedene Variationen auszuprobieren und zu bewerten.

Erstmalig wird mit SCODE-CONGRA ein Werkzeug zur Verfügung gestellt, mit dem der modellzentrierte Ansatz vollständig auf Basis exakter mathematischer Beschreibungen realisiert wird. Dies ermöglicht es dem Funktionsentwickler frühzeitig zu simulieren und Schwachstellen werkzeugunterstützt zu entdecken und zu beseitigen. Durch die Verwendung des gleichen Modells für alle Betriebszustände und der automatischen Generierung von Programmcode (M-File, C-Code, ESDL) wird eine extrem hohe Wiederverwendbarkeit erreicht.

Der Applikationsingenieur erhält durch SCODE-CONGRA sehr gut vorkalibrierte Parameter sowie eine Darstellung der Sensibilität des Systems in relevanten Betriebspunkten, zum Beispiel als Teil der Dokumentation, falls SCODE-CONGRA nicht beim Applikationsingenieur eingesetzt wird. Dies ermöglicht ihm sich zielgerichtet auf die wichtigen Teile des Systems zu konzentrieren und die vorkalibrierten Parameter im realen Betrieb zu optimieren.

Generierung der verschiedenen Artefakte zur Weiterverarbeitung

SCODE-CONGRA erzeugt automatisch Artefakte (ESDL-Code, Matlab®/Simulink®-M-Files, Dokument mit vorkalibrierten Parametern) für Folgeprozesse und -werkzeuge. Dies führt zu einer effizienteren und sichereren Zusammenarbeit.

Anwendungsbeispiele

  • Verhaltensbeschreibung eines physikalischen Systems
  • Automatische Generierung von M-Code für die Simulation und C-Code für das Steuergerät
  • Austausch der Informationen zwischen Funktionsentwicklern untereinander und Funktionsentwicklern und Softwareentwicklern sowie Applikationsingenieuren

Anwendungsbereiche

  • Powertrain (Verbrennungsmotor und Elektromotor), Chassis, Body Electronics, ADAS (Advanced Driver Assistance Systems)

Vorteile

  • Mathematische Formeln können als Basis einer automatisierten Entwicklung verwendet werden (Formel wird zu C-Code)
  • Einfache Visualisierung und Dokumentation von komplexen mathematischen Zusammenhängen
  • Einfaches Einbinden in eine vorhandene Entwicklungsumgebung durch Eclipse-Schnittstellen
  • Automatische Generierung der Arbeitsergebnisse zur Weiterverarbeitung in bestehenden Werkzeugketten
  • Transparente Darstellung aller Informationen über Bereichsgrenzen (Funktionsentwickler, Softwareentwickler, Applikationsingenieur, Architekt usw.) und Werkzeuge hinweg
  • Effiziente, umfangreiche Wiederverwendung der Beschreibung des physikalischen Systems

Funktionen

  • Visuelle Darstellung zum Erkennen der Systemzusammenhänge
  • Analysieren, ob das System über- oder unterbestimmt ist
  • Prüfen auf Konsistenz des Systems
  • Erkennen von Fehlern oder Schwachstellen im System
  • Durchführen von Sensibilitätsanalysen für die Vorkalibrierung sowie als Dokumentation für den Applikationsingenieur
  • Beschreiben des physikalische Systems unabhängig vom Signalverlauf, um es so mehrfach unverändert wiederzuverwenden bzw. es sowohl für die Regelung als auch für das Umgebungsmodell zu verwenden

Eingangsgrößen sind:

  • Physikalische Formeln (z. B. Temperaturverhalten, Fluidmechanik) aus der Literatur oder anderen Quellen, die das Gesamtsystem beschreiben

Ausgangsgrößen sind:

  • Systembeschreibungen basierend auf den physikalischen Formeln als ungerichteter oder gerichteter Graph
  • Programmcode (Matlab®/Simulink®-M-Files und Simulink-Blöcke, C-Code-Fragmente, ASCET-ESDL-Code, ASCET-AMD-Code, FMI)