18.05.2018

„Cyber Security geht uns alle an“

Vortrag von Friedhelm Pickhard an der Universität Stuttgart

Friedhelm Pickhard, Vorsitzender der Geschäftsführung der ETAS GmbH, hielt im Rahmen der Reihe „Technologieführer der Automobilindustrie stellen sich vor“ an der Universität Stuttgart einen Vortrag zum Thema Cyber Security. Er zeigte dabei die Relevanz von Cyber Security auf und betrachtete das Thema insbesondere aus einer unternehmerischen Perspektive.

Nach einer kurzen Vorstellung der ETAS GmbH und deren Tochtergesellschaft ESCRYPT GmbH, dem führenden Systemhaus für IoT-Security mit Schwerpunkt auf Automotive Security, zeigte Friedhelm Pickhard zu Beginn seines Vortrags auf, mit welchen Arten von Cyberattacken Unternehmen weltweit zu kämpfen haben. Er betonte dabei, dass in der zunehmend vernetzten Welt Security nicht nur ein persönliches Anliegen jedes Einzelnen bzw. einzelner Unternehmen sein dürfe, sondern eine gemeinschaftliche Verantwortung darstelle. „Cyber Security geht uns alle an“, so ein erstes Fazit von Friedhelm Pickhard.

Dass Security auch auf organisatorischer Ebene unbedingt bedacht werden müsse, wurde im weiteren Verlauf des Vortrags betont. Jedes Unternehmen müsse für sich abwägen, wie viel Risiko es zulässt, so die These von Friedhelm Pickhard. Neben Sicherheitsaspekten spielen User Experience und Kosten eine zentrale Rolle. Alle drei Aspekte bedingen in der Regel einen Kompromiss.

 

Jede Sicherheitslücke bedenken

Beim Thema Schätzung des Angriffspotenzials wurde demonstriert, dass auch die kleinste Sicherheitslücke zum Problem werden kann. Ein kleiner Safe, ähnlich denen in Hotels, kann zwar schwer durch das Abhören des elektronischen Schlosses (side-channel attack), das mathematische Lösen des Codes (logical attack) oder das Erschleichen der richtigen Zahlen beim Inhaber des Codes (social attack) geknackt werden – aber ein paar ordentliche Hiebe auf den Safe (semi-invasive attack) führten schließlich recht schnell zu dessen Öffnung. Dieses plastische Beispiel demonstrierte den Zuhörern, dass die schwächste Verbindung des Angriffsbaums zu einem grundlegenden Angriffspotenzial führen kann.

Schließlich ging Friedhelm Pickhard noch auf die Trends bzgl. Sicherheit im Automotive-Bereich ein und betonte, dass die steigende Konnektivität auch in diesem Bereich einen ganzheitlichen Security-Ansatz benötigt – von der Entwicklung, über die Produktion bis hin zum Betrieb der Fahrzeuge.

 

Neue Jobprofile durch Cyber Crime

Ein weiteres Thema, dass für die zuhörenden Studenten sicherlich besonders interessant war: neue Jobmöglichkeiten, die sich durch den Bereich Cyber Security ergeben. Security Consultant, Security Developer oder Security Architect sind dabei nur ein paar Beispiele der zahlreichen Jobprofile, die Friedhelm Pickhard in seinem Vortrag aufzeigte.

Nach einer kurzen Fragerunde wurde schließlich der letzte Teil des Abends eröffnet: Die Zuhörer konnten sich die Holistic Security Solutions von ESCRYPT im Rahmen einer kleinen Ausstellung erklären lassen und nebenbei Networking betreiben, inklusive gekühlter Getränke und leckerer Häppchen. Größtes Sicherheitsrisiko hier: letzter in der Häppchen-Schlange zu sein.

Veranstalter der Vorlesungsreihe „Technologieführer der Automobilindustrie stellen sich vor“ sind die Universität Stuttgart, die Robert Bosch GmbH und das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS).