Intuitive und schnelle Messdatenanalyse

Measure Data Analyzer (MDA) V8: Übersichtliche Benutzeroberfläche und innovative Auswerte-Instrumente

Laptop MDA V8

Große Messdateien mit vielen Signalen stellen erhebliche Herausforderungen an die Datenanalyse. Genau dafür hat ETAS den MDA V8 entwickelt – von Grund auf neu und zukunftsorientiert. Diese Generation des Standardwerkzeugs in der Automobilbranche kombiniert einen fokussierten Funktionsumfang, hohe Leistungsfähigkeit sowie einfache Bedienung.

Ein typisches Beispiel aus der Praxis: Ein Applikateur erhält eine große Messdatei mit Aufzeichnungen von mehreren Stunden. Sie stammt von einer Versuchsfahrt, bei der ein seltsames Verhalten beobachtet wurde, das nun genauer untersucht werden muss. Statt sich wie bisher mühsam durch seine komplex zu bedienende Lösung zu arbeiten, definiert er im MDA V8 auf einfache Weise Suchkriterien, um zum Beispiel ein Getriebe-ruckeln in bestimmten Drehzahlbereichen zu identifizieren.

Die dem Suchkriterium entsprechenden Fundstellen können unmittelbar in der Ereignisliste angezeigt werden. Diese aktualisiert sich automatisch, sobald das Kriterium angepasst oder überarbeitet wird. Sie ist die Basis für das nun folgende gezielte Arbeiten an den Parametern.

MDA V8 ist eine komplett neue Version des bewährten Measure Data Analyzer von ETAS. Sie basiert auf hocheffizienten Algorithmen und ist bereits jetzt auf zukünftige Anforderungen ausgerichtet. Daraus resultiert eine sehr hohe Arbeitsgeschwindigkeit, sodass selbst Messdateien mit mehreren hunderttausend Signalen in sehr vielen unterschiedlichen Messrastern schnell geöffnet und verarbeitet werden können.

Zur Effizienzsteigerung in der Anwendung des MDA V8 orientiert sich die Software zwar an den wesentlichen Grundfunktionen der Vorgängerversion MDA V7, vermeidet aber nur selten genutzte Sonderfunktionen und Erweiterungen. Die darüber vereinfachte Bedienung und auch die komplett neu gestaltete Bildschirmoberfläche ermöglichen ein intuitives und effizientes Arbeiten.

Schnell navigiert also der Applikateur mithilfe der Ereignisliste zwischen Fundstellen und verändert oder erweitert bei Bedarf das Suchkriterium. Dazu greift er auf Grundfunktionen des MDA V8 zurück, etwa das Berechnen abgeleiteter Signale. Die Berechnungsvorschriften definiert er in wenigen Schritten in einem Formeleditor und kombiniert sie bei Bedarf mit vorgegebenen Funktionen.

Sehr nützlich ist auch die Möglichkeit der Synchronisierung von Anzeigefenstern. So lässt sich die Anzeige der Ereignisliste mit nur einem Klick mit allen anderen Ansichten synchronisieren. So auch mit der Anzeige des – neugestalteten – virtuellen Oszilloskops. Dieses ermöglicht eine übersichtliche Arbeitsweise durch die Aufteilung der Signalverläufe in Streifen. Und mithilfe des „Time Sliders“ ist für den Anwender immer ersichtlich, welchen Zeitabschnitt der Messdatei er sich gerade anschaut.

Die Ereignisliste (Mitte) erlaubt, mithilfe eines als berechnetes Signal definierten Suchkriteriums (rechts), die Navigation von Fundstelle zu Fundstelle und die synchrone Anzeige im Oszilloskop (links).

Die Highlights des MDA V8:

  • Sehr hohe Leistungsfähigkeit, um umfangreiche Messdaten in kurzer Zeit zu verarbeiten
  • Fokussierung auf die wirklich wichtigen Funktionen
  • Neue, intuitive und übersichtliche Bedienoberfläche
  • Einfaches Anlegen und Nutzen berechneter Signale
  • Vielfältige Anzeige- und Darstellungsmöglichkeiten im Oszilloskop
  • Direkte Kopplung mit der interaktiven Dokumentation im EHANDBOOK-NAVIGATOR
  • Einfache Migration durch Import von MDA V7-Konfigurationen
  • Automatische Speicherung zahlreicher individualisierter Einstellungen für Signale, Instrumente und anderes, um Konfigurationsaufwände zu minimieren
  • Integration in die Kundenumgebung, beispielsweise Unterstützung kundenspezifischer textueller Messdateiformate
  • Schreiben, Lesen und Konvertieren aller Versionen des Messdatenformats MDF (Measurement Data Format)
  • Unterstützung indizierter und komprimierter Messdateien gemäß ASAM-Spezifikation MDF V4
  • Keine neue Lizenz erforderlich – V7-Lizenz gilt auch für V8
Kopplung des MDA V8 (links) und EHANDBOOK-NAVIGATOR (rechts) mit automatischer Aktualisierung der Cursor-Zeit in der EHANDBOOK-NAVIGATOR Oberfläche.

Und reichen die bisher definierten Suchkriterien nicht aus, so erleichtert die Kopplung des MDA V8 mit dem EHANDBOOK-NAVIGATOR (EHB-NAV) von ETAS die Weiterarbeit. Durch den direkten Zugriff auf die Dokumentation der Steuergerätesoftware lässt sich schnell der Zusammenhang zwischen einzelnen Messgrößen erkennen. Dadurch können Ursachen und Wirkungen einfacher verstanden werden.

Die zusätzliche Anzeige von Messwerten in der interaktiven Dokumentation des EHB-NAV, die mit den aktuellen Cursor-Positionen im MDA V8 synchronisiert sind, bietet eine weitere Möglichkeit, die Fehlerursache zu finden. Die Tabellendarstellung im MDA V8 gibt dem Applikateur eine detaillierte Sicht auf den zeitlichen Verlauf der Signalwerte. Beim Vergleich von Signalen, die mit unterschiedlichen Frequenzen abgetastet sind, kann er dabei wählen, ob er sich die tatsächlich gemessenen Werte anzeigen lässt oder Messwertlücken mit interpolierten Daten aufgefüllt werden. Innerhalb kurzer Zeit hat der Applikateur so die Fehleranalyse abgeschlossen.

Bei vielen OEMs und Zulieferern ist MDA V8 bereits im Einsatz und sehr beliebt, wie Kundenrückmeldungen zeigen. Ein Grund hierfür sind auch Anpassungsmöglichkeiten des MDA V8 an die Kundenumgebung. So können mithilfe einer einmalig und einfach zu erstellenden Beschreibungsdatei eigene, auf ASCII-basierende Messdateiformate eingelesen und geschrieben werden. Auch beim Wechsel von der Vorgängerversion unterstützt der MDA V8 Anwender in vielerlei Hinsicht: Neben der Wiederverwendung von bereits vorhandenen Konfigurationen aus dem MDA V7 sind zahlreiche kurze Videos zu den neuen Möglichkeiten und der Bedienung der V8 unter www.etas.com/mda (Rubrik Downloads) verfügbar.

Fazit

Mit Version 8 des MDA macht ETAS keine halben Sachen. Sie ist nicht nur auf die heutigen und kommenden Bedürfnisse der Fahrzeugentwicklung ausgerichtet, sondern mit all ihren Vorteilen eine große Hilfe, um die zukünftigen Herausforderungen in der Automobilentwicklung effizient zu meistern.

Geplant ist beispielsweise die kontinuierliche Weiterentwicklung sowohl in Richtung weiterer nützlicher Auswertefunktionen als auch zur synchronen Anzeige von Messdaten und den in diesem Moment gültigen Kalibrierdaten.

Autor

Dr. Matthias Gekeler ist Produktmanager MDA & INCA Experiment Environment bei der ETAS GmbH.

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