NISSAN: ETAS Rapid Prototyping revolutioniert die MBD-Entwicklungsumgebung und beschleunigt den Weg in die Zukunft
#Kundenerfolgsgeschichte
Die Nissan Motor Corporation (nachfolend „Nissan“ genannt) ist seit jeher ein Vorreiter bei technologischen Innovationen in der Automobilindustrie und setzt bereits seit den 1990er Jahren auf die modellbasierte Entwicklung (MBD). Der explosionsartige Anstieg der Anforderungen an Steuergeräte und die zunehmende Komplexität der Systeme in den letzten Jahren zeigen jedoch die Grenzen traditioneller Entwicklungsprozesse auf. Eine fragmentierte Tool-Landschaft über verschiedene Entwicklungsphasen hinweg führte zu Ineffizienzen und erschwerte die Bewertung immer umfangreicherer Software erheblich. Dieser Artikel beschreibt, wie Nissan diese Herausforderungen bewältigte und durch die Einführung der Rapid-Prototyping-Lösung von ETAS die Effizienz und Qualität in seinem Entwicklungsprozess steigerte.
Herausforderungen der modernen Softwareentwicklung
Bei Nissan wurde das „CMF“-Konzept (Common Module Family), bei dem alle Teile und Baugruppen von Grund auf neu entwickelt wurden, in den 2010er Jahren auf den Bereich der Softwareentwicklung angewendet, wodurch eine grundlegende Überprüfung des MBD-Prozesses notwendig wurde. Das Unternehmen stand dabei vor folgenden konkreten Herausforderungen:
- Ineffizienz aufgrund uneinheitlicher Werkzeuge: Da für jede Entwicklungsphase unterschiedliche Werkzeuge zum Einsatz kamen, musste die Umgebung für jede Evaluierung neu eingerichtet werden. Dieser Neuaufbauprozess behinderte reibungslose und nahtlose Prozessübergänge und führte zu einem Anstieg nicht-wertschöpfender Tätigkeiten, die Zeit für die eigentliche Entwurfs- und Verifikationsarbeit beanspruchten.
- Leistungsengpässe: Da die Steuerungsmodelle immer umfangreicher und komplexer wurden, konnte die bestehende Evaluierungsumgebung den realen Anforderungen hinsichtlich Verarbeitungsgeschwindigkeit und Datenkommunikation nicht mehr gerecht werden, was zu ernsthaften Bedenken hinsichtlich einer unzureichenden Leistung führte.
- Fehlen etablierter Bewertungsmethoden: Es gab keine etablierte Methode zur effizienten Bewertung und Verifizierung groß angelegter ECU-Anwendungsmodelle, die mehrere Module integrierten.
Lösung: ETAS-Lösungen für eine nahtlose Entwicklungsumgebung
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat ETAS auf der Grundlage des Konzepts der „nahtlosen Entwicklung“ die folgenden integrierten Lösungen vorgeschlagen und umgesetzt:
- Schnelle Prototypenerstellung mittels Bypass-Verfahren:
Durch den Einsatz des „Bypass-Verfahrens“ konnten Anwendungsmodelle auf einem externen Prototyping-Modul ausgeführt werden, ohne die Steuergerätesoftware selbst anzupassen. Dadurch wurde die ganzheitliche Bewertung vollständiger Anwendungsmodelle ermöglicht, die zuvor nur schwer realisierbar war. - Einführung von Hochleistungshardware:
Für die Hochgeschwindigkeitssimulation umfangreicher Modelle wurde das Prototyping-Modul „ES830“ eingesetzt. In Kombination mit „XETK“ für die schnelle Datenkommunikation mit dem Steuergerät konnten bestehende Leistungsengpässe beseitigt und eine Evaluierungsumgebung geschaffen werden, die den Anforderungen realer Entwicklungsprozesse entspricht. - Automatisierung der Umgebungskonfiguration:
Das Tool „INTECRIO“ zur Erstellung und Ausführung von Rapid-Prototyping-Umgebungen wurde eingesetzt, um die Konfiguration der Entwicklungsumgebung mithilfe von Skripten zu automatisieren. Dadurch konnte der Konfigurationsaufwand deutlich reduziert werden, sodass sich Entwickler stärker auf ihre eigentlichen Entwicklungsaufgaben konzentrieren konnten.
Kundenergebnisse: Frühere Entwicklung und deutliche Effizienzsteigerungen
Durch die Implementierung der ETAS-Lösung erzielte Nissan folgende bemerkenswerte Ergebnisse:
- Umsetzung einer vollständigen Bypass-Verifizierung für umfangreiche Modelle: Die frühzeitige Verifizierung vollständiger Anwendungsmodelle wurde ermöglicht und trug wesentlich dazu bei, Entwicklungs- und Absicherungsprozesse nach dem Shift-Left-Prinzip früher im Entwicklungsablauf durchzuführen.
- Deutliche Reduzierung von Fehlern während der Entwicklung: Durch die Möglichkeit, die Modellqualität bereits in frühen Entwicklungsphasen umfassend zu überprüfen, konnten spätere Nacharbeiten erheblich reduziert und die Gesamtqualität des Entwicklungsprozesses verbessert werden.
- Beschleunigte und optimierte Entwicklungsprozesse: Die nahtlose Entwicklungsumgebung und die Automatisierung wiederkehrender Abläufe reduzierten den Aufwand für nicht-wertschöpfende Tätigkeiten deutlich und ermöglichten kürzere Entwicklungszyklen.
- Beitrag zur Entwicklung zukunftsweisender Technologien: Die Lösung wurde bei der Entwicklung fortschrittlicher und komplexer Steuerungssysteme, darunter das „e-POWER der dritten Generation“ und der „All-New LEAF“, eingesetzt und konnte dort ihre Wirksamkeit unter Beweis stellen.
Die Entwicklungskultur neu gestalten und den Weg in die Mobilität der Zukunft ebnen
Durch die Zusammenarbeit mit ETAS hat Nissan nicht nur neue Werkzeuge und Technologien eingeführt, sondern auch seine Entwicklungskultur nachhaltig weiterentwickelt. Diese Erfolgsgeschichte zeigt, wie fortschrittliche Technologien und strategische Partnerschaften dazu beitragen können, komplexe Herausforderungen der Automobilindustrie zu bewältigen. Auf dieser starken Entwicklungsbasis wird Nissan auch weiterhin technologische Innovationen vorantreiben, die die Zukunft der Mobilität mitgestalten. ETAS wird seine Kunden wie Nissan auch künftig bei der Bewältigung neuer Herausforderungen unterstützen und als vertrauenswürdiger Partner auf dem Weg zur Mobilität der Zukunft begleiten.
Dieser Artikel basiert auf einem Vortrag, der auf dem „ETAS Symposium 2025“ im September 2025 gehalten wurde.
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